Ich war sehr froh, dass mein Kunde, den ich beim Transformationsprozess zum 100%-Tierwohl- Fleischerzeuger begleiten durfte, neugierig und offen für die ihm unbekannte Aufstellungsarbeit war. So konnte der Prozess optimal durch zusätzliche, neue Erkenntnisse begleitet werden. Gerade wenn es komplex, undurchsichtig und frustrierend für meinen Kunden wurde, konnte durch die Aufstellung Lösungsansätze aufgezeigt werden, die ihm inhaltlich und oft auch emotional halfen, neue Lösungswege zu finden.

Michael W., selbstständiger Berater

Projekt- und PR-Beratungsagentur

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FALLBEISPIEL:

Unternehmensstrategie / Machbarkeitsanalyse 1

Ist-Situation

  1. Der Fleischmarkt in Deutschland setzt die Erzeuger unter existenziellen Preisdruck.

  2. Der Kunde des Beraters, ein langjähriger, konventioneller Fleischerzeuger aus BW, überlegt daher auf wertebasierte Tierwohl-Fleischerzeugung umzusteigen.

  3. Die angedachte Vermarktungsstrategie: Die gleiche Tierwohl-Premium-Fleischqualität einer Kreuzungs-Spezialität sowohl in den hochpreisigen SEH (Selbstständiger Einzelhandel) und in den LEH im mittleren Preissegment mit minderer TW-Qualität zu verkaufen.

  4. Der Berater, der seit 1,5 Jahren seinen Kunden, Jörg M. (siehe auch Fallbeispiel von Jörg M.) zu diesem Thema berät, nimmt diesen wie folgt war:        

  • innerlich zerrissen, aufgrund des hohen finanziellen Risikos  

  • daraus resultierend eine gehemmte Handlungs-Souveränität

  • dass bisher bekannte, das rein wirtschaftlich Denken überwiegt 

  • eine 100% Tierwohl-Authentizität war weniger spürbar

Fragestellung / Kontext 

Wird die angedachte Tierwohl (TW)-Vermarktungsstrategie in den zwei Verkaufskanälen vom Markt angenommen?

Haupterkenntnisse

  • Die SEH-Verbraucher nehmen keinen erstgemeinten Tierwohl-ETHOS war und lehnten das Produktkonzept ab.  Zitat: „Der gemeinsame Sinn, das Herzblut, das WOZU fehlt.“

  • Der SEH-Großhändler, der Vermarktungspartner des Kunden, nimmt die fehlende Nachfrage der Verbraucher und den fehlenden 100% TW-ETHOS des Kunden wahr und lehnt die Kombi-Vermarktungsstrategie ab.

  • Die Vermarktungsstrategie zeigt sich somit in der Aufstellung als nicht erfolgreich.

Reaktionen / Veränderungen nach der Aufstellung

  • Der Berater fühlt sich bestätigt und gestärkt, seinen Kunden intensiver zu TW-Aspekten und in die Wiedergewinnung der Handlungs-Souveränität zu beraten.

  • Die ablehnende Haltung des SEH-Großhändler (in der Aufstellung) gegenüber der Kombi-Vermarktungsstrategie, bestätigte sich ca. zwei Wochen später in der Realität.

  • Die Produkt- und Vermarktungsstrategie des Kunden wurde wenig später auf 100% TW umgeschrieben. Der Vermarktung konzentriert sich auf die Hochpreisstrategie SEH.

  • Der Berater berichtete, dass der Kunde später gestärkt wirkte und die innere Zerrissenheit abnahm. Seine Handlungs-Souveränität zeigte sich deutlich erhöht.

Andree Lenatz

Partner:in für dieses Projekt

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